In bedenklicher Häufigkeit prasseln in letzter Zeit Hiobsbotschaften auf uns Landwirte herein, die uns Sorgenfalten auf der Stirn bereiten. Fast jede Woche wird eine neue Sau durchs Dorf getrieben. Und das, obwohl die Sau der vergangenen Woche noch immer durchs Dorf schleicht…
Die Themen Glyphosat, Tierwohl, Verbot der Anbindehaltung, Nitrat im Grundwasser, Antibiotikaeinsatz und Ferkelkastration geistern immer noch durch den Raum, werden aber momentan vom vieldiskutierten Bayerischen Volksbegehren  „Artenschutz“ überlagert.
Wir Bauern sind es mittlerweile schon gewohnt, dass wir mitten in der Öffentlichkeit stehen, und dass mit uns teilweise mit harten Bandagen gekämpft wird.
Völlig geschockt war ich dennoch, als ich von der bislang nicht veröffentlichten Studie des renommierten Max Planck Institutes erfuhr. Behaupten hier die Forscher doch tatsächlich, dass die Landwirtschaft zu 45% für die gesamten Feinstaubemissionen verantwortlich ist, und dass aufgrund dieser Belastung jährlich 120.000 Menschen vorzeitig ihr Leben verlieren. Mehr, als durch das Rauchen. 
Wir Bauern, die eigentlich dazu da sind, die Menschen mit guten, gesunden Nahrungsmitteln zu ernähren, stehen plötzlich da, als wären wir Kriminelle.
Berichte über diese Studie liefen im sogar im Fernsehen in der Sendung „Monitor“.
Wenn ich die Beiträge in den Medien verfolge, mache ich mir sehr wohl Gedanken über meine Zukunft. Bin ich mit meiner Landwirtschaft auf dem richtigen Weg? Soll ich überhaupt noch in diesen Betrieb investieren, wenn uns ständig neue Konfrontationen und Auflagen erwarten, die uns das Leben schwer machen? Arbeiten wir völlig an den Wünschen unserer Kunden vorbei?  Was erwarten die Konsumenten von uns? Das frage ich mich des Öfteren. Anscheinend ist das Vertrauen in uns Landwirte erheblich gestört.
Wir füttern unsere Tiere gentechnikfrei, düngen nach Plan, dokumentieren bis zum Geht nicht mehr, und lassen strenge Kontrollen über uns ergehen. Doch diese Auflagen und noch viele weitere scheinen  nicht auszureichen.  Immer mehr Personen und Institutionen mischen sich in das Thema „Landwirtschaft“ ein. Sie kennen sich angeblich bestens aus. Sie  wollen mitreden,  mitentscheiden, und verändern.  Vielleicht täusche ich mich. Ich vermute aber, dass dieser Personenkreis deswegen so erfolgreich ist, weil von uns Bauern wenig Widerstand zu erwarten ist.  
Ich jedenfalls gebe nicht klein bei. Immer wieder mache ich mir Gedanken, wie ich meinen Kunden genau die  Produkte liefern kann, die sie von mir erwarten. Generell sollten wir Landwirte viel öfter unsere Fühler ausstrecken, Trends erkennen, und den Puls der Zeit fühlen.  
Kennt ihr das chinesische Sprichwort? „Wenn der  Wind des Wandels weht, bauen die einen Mauern, die anderen Windmühlen“.
Dieser Spruch hat mich auf folgende Idee gebracht:
Ich produziere  Feinstaubfreie Milch. 
Mal schauen, ob ich in dem Max Planck Institut einen Mitarbeiter finde, der mir bestätigt, dass in meiner Kuhmilch kein Feinstaub ist.  Wenn das funktioniert, dann hab ich die Marktlücke des Lebens entdeckt. Ich erwarte, dass diese Marke einschlägt wie damals die vegane Bewegung.  Wenn im Sommer dann die Stechfliegen während des Melkens auf den Kühen sitzen,  dann mache ich ein Foto und klebe es auf jede Milchpackung. Dann hab ich gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen, denn Artenreichtum liegt ja auch im Trend.